Spaß, Ärger und Erlebnisse mit der Deutschen Bahn

Don’t BAHNIC!!!

1 Kommentar Juli 7th, 2009

Heute erreichte mich (wieder mal) ein Bericht eines leicht angesäuerten Kollegen zum Thema “Eine Bahn-Fahrt die ist lustig!”. Da dieser Bericht für Außenstehende recht nett zu lesen, aber gleichzeitig für den betroffenen Kollegen sehr tragisch und traurig zugleich ist, möchte ich ihn an dieser Stelle veröffentlichen. Dies einerseits, um allen ebenso von der Bahn gestressten Gehör zu verschaffen, andererseits um alle Nicht-Bahn-Fahrer für die alltäglichen Probleme von uns Business-Kaspern, die doch einfach nur nach Hause wollen, zu sensibilisieren!

Never ever BAHNIC!

München 15.05:
Ankunft am Bahnhof, es pisst in Stömen, aber ich habs trocken bis hier hin geschafft.
Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen -> Wochenende ich komme!

München 15.10:
Einfahrt des ICE 1504 von München nach Hamburg Altona.
Ich sehe zum ersten mal Leute aus meinem Zug aussteigen, der sonst immer frisch von der Aufbereitung kommt.
Zu diesem Zeitpunkt bin ich lediglich etwas irritiert, denke mir aber weiter nichts dabei.

München 15.12:
Ich habe meinen Wagen (Unglücksnummer 27) gefunden, setze den ersten Fuss hinein und falle fast rückwärts wieder raus. Ihr kennt sicher den Geruch eines Klassenzimmers, das ihr bei >30°C Aussentemperatur betretet, nachdem die Klasse vor euch 90 Minuten mit geschlossenen Fenstern vor sich hingeschwitzt hat.
Ich denke nur WTF und ergebe mich aber meinem Schicksal, das sich im Moment lediglich auf den Geruch von ca. 50 unterschiedlichen Parfüm- und Schweiss-Sorten, sowie einer ausgefallenen Klimaanlage beschränkt.

München 15.13:
Nachdem ich einen Sitzplatzräuber von meiner Reservierung verscheucht habe, mache ich mich auf 2 Sitzen breit – wenns schon stinkt und gefühlte 30°C hat, dann will ich wenigstens Platz haben!

München 15.15-15.17:
Meine Hoffnung auf Platz und 2 Sitzplätze schwindet zunehmend mit der Anzahl an Leuten, die kopf- und planlos nach Sitzgelegenheiten suchen. Unterschwellig bekomme ich mit, das nur eine Zughälfte über Berlin nach Hamburg fährt – die andere endet schon in Leipzig. Ich muss euch sicher nicht erzählen, das ich in das Abteil gebucht wurde, in dem alle Passagiere die weiter als Leipzig wollten gepfercht wurden. “Glücklicherweise” stand unser Wagen am Anfang des Bahnsteiges, so das sich die Faule Mehrheit der Leute ohne Reservierung auch noch in unsere Zughälfte zwängte.

München 15.18:
Ich mache recht unfreiwillig Platz und habe nun eine Sitznachbarin.

München 15.20:
Auf gehts, ab ins Wochenende :) !

Kurz nach München gegen 15.35:
Wir stoppen und ich ahne schlimmes!

Immer noch nach München gegen 15.50:
“Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund eines Gewitters und eines Brandes in einem entgegengesetzten Zug wird sich unsere Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögern”! Ich denke einfach nur KACKE!

Immer noch nach München von 15.50 – 16.50:
Keine Klimaanlage, der Zug steht, die Luft steht. Das ganze Abteil ist übervoll. Alle schwitzen wie Sau und Atmen schwer. Man merkt wirklich jedem an, wie unangenehm die Situation ist. Ich versuche alle Bewegungen zu vermeiden und hab mir ein paar Punkte gesucht, die ich sinnlos Anstarren kann. Die zusätzliche Abwärme meines Notebooks wollte ich mir und allen anderen nicht antun. An schlafen ist nicht zu denken. Ich kann mich nicht an viel unangenehmere Situationen in meinem Leben erinnern.

Immer noch nach München gegen 16.50:
Nach mehreren Durchsagen, unter anderem auch das die Feuerwehr vor Ort am löschen ist, kommt endlich die Meldung, dass es weiter geht. 75 Minuten klingen vielleicht wenig, aber setzt euch mal so lange mit Klamotten in eine Niedrigtemperatursauna mit Schweissgeruchaufguss. Und weiter geht die Reise in unsrem Klassenzimmer, das Ewigkeiten nicht gelüftet wurde!

Irgendwann in Ingolstadt:
Meine Platznachberin steigt aus, ich habe wieder Platz, Hallejulia(oder so)!
Laptop raus und gib ihm!

Irgendwann in Nürnberg:
Wir haben mittlerweile so viel Verspätung, das sich am Bahnhof auch Fahrgäste angesammelt haben, die eigentlich auf den nachfolgenden ICE warten. Ich merke schon beim Einfahren, dass ich mich wahrscheinlich wieder auf einen Platz einschränken muss. Und so kommt es dann auch. Natürlich fragt kein normaler 08/15 Businness Kasper nach dem Platz sondern nen ca. 50 jähriger Woodstock Verschnitt mit mittellangen grauen Haaren. Naja wenigstens ist er rasiert, also stimme ich zu, das der Platz neben mir frei ist und räume etwas unfreiwillig das Feld.

kurz nach Nürnberg:
Psssssssccccccchhhhtttt. Das Geräusch ist mir wohl bekannt! Ich schiele leicht zur Seite und sehe, wie vermutet, eine Büchse billiges Dosenbier, dass sich genussvoll Richtung Mund des Penners bewegt, für den ich gerade meinen Rucksackplatz frei gemacht hatte. Ich kotze wie ne Fure Mist. Das Spektakel wieder holt sich 3 Mal. Neben Schweiss- und Parfümgeruch habe ich im Zuge der ausgefallenen Klimaanlage nun auch noch den herrlich penetrant hervorstechenden Geruch von billigem Dosenbier neben mir.

Ab jetzt ist mir alles egal, ich mach die Musik ganz laut – soll mich mal einer dumm von der Seite anmachen! Zum Glück (für die anderen) traut sich das keiner und ich steige in Saalfeld total agressiv aber zu K.O. um meinen Aggressionen freien Lauf zu lassen aus dem Zug und bin endlich im Wochenende.

In dem Sinne alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei und never ever BAHNIC!

Wieder mal Verspätung mit der Deutschen Bahn

2 Kommentare Mai 15th, 2009

Unglaublich. Heute hatte ich mit dem ICE 620 von München nach Würzburg schon wieder 9 Minuten Verspätung. Besonders ärgerlich: Ich habe dadurch meinen Anschlusszug nach Suhl bzw. Zella-Mehlis verpasst.

Mit der Bahn nach Suhl = Abenteuer

Genialerweise habe ich genau 7 Minuten Zeit um vom ICE aus München in den Regionalexpress nach Suhl umzusteigen. Nach der Ansage, dass wir den Hauptbahnhof Nürnberg mit 12 Minuten Verspätung verlassen haben, fing ich innerlich schon an zu zittern…”das wird doch klappen!”.

Denkste!

Kurz vor dem Hauptbahnhof Würzburg dann die traurige Gewissheit: “…der Anschlusszug Richtung Suhl und Erfurt kann leider nicht warten! Vielen Dank für die Reise mit der Deutschen Bahn.”

Neeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!! Jetzt fing ich an zu kochen!

Das heißt für mich nun 2 Stunden später zu Hause. 2 Stunden meiner wertvollen Freizeit. 2 Stunden, in denen ich sonstwas anstellen könnte…die Welt retten zum Beispiel. Und das alles wegen 2 Minuten??? Ich also raus und, UMTS und Notebook sei Dank, gleich ne Mail an die Deutsche Bahn getippt.

Liebe Deutsche Bahn,
es ist mir nun zum wiederholten Male passiert, dass die ICEs aus München Richtung Würzburg aufgrund hoher Streckenauslastung (was auch immer das bedeutet) eine Verspätung von ca. 10-15 Minuten einfahren. Dies ist besonders ärgerlich, da ich zum Umsteigen in meinen Anschluss RE34691 Richtung Suhl nur 7 Minuten Zeit habe, und dieser meist nicht wartet!
So geschehen heute: ICE 620 aus München 9 Minuten verspätet und der RE34691 fuhr pünktlich 18:01 ab. Dies bedeutet für mich eine 2 Stunden-Zwangspause auf dem HBF Würzburg sowie 2 Stunden vertane Freizeit, was als Vielfahrer besonders ärgerlich ist!
Es ist mir unerklärlich, wie der RE einmal keine 2 Minuten auf einen ICE warten kann und an anderen Tagen der RE 10 Minuten auf Anschlussreisende anderer Züge wartet. Wer bitte entscheidet so etwas und auf welcher Grundlage? Für Antwort wäre ich Ihnen dankbar.

Mit (gerade noch) freundlichen Grüßen
Christoph Schlütter

PS: Bitte verschonen Sie mich mit Bistro-Gutscheinen oder einem Ticketgutschein, da ich nichts essen will und ausserdem die Tickets von meinem Arbeitgeber gezahlt bekomme. Danke.

So, nun bin ich mal auf Antwort gespannt. Sicherlich bekomme ich einen Bistro-Gutschein über 5 Euro…da gibts grad mal ne Wurst-Semmel für.

Tatsachenbericht: Mit der Bahn nach München…

1 Kommentar Februar 27th, 2009

Am Montag, dem 23.02.2009, erreichte mich gegen 14 Uhr folgende Mail meiner genervten Kollegin, welche krampfhaft versuchte, mit der Bahn nach München anzureisen:

“Hallo Jungs,

habt ihr alle eine gute Anreise gehabt… ;-) ?
Ich befinde mich leider immer noch im Zug Richtung München! Nicht, dass ich nicht bereits um halb sieben losgefahren bin, um spätestens gegen elf beim Kunden zu sein…
Leider kam ein kleiner Personenschaden zwischen Kassel und Fulda dazwischen! Nachdem wir zwei Stunden standen, wurde dann beschlossen, dass wir zurück nach Kassel fahren, wo wir wieder eine halbe Stunde standen. Danach wurde beschlossen eine kleine Umleitung zu nehmen, wo wir dann einen kleinen Stellwerkschaden mitten in der Pampa bekamen! Da standen wir dann ungefähr eine Stunde! Naja und jetzt fahren wir mal wieder ein wenig und es sind auch nur noch zweieinhalb Stunden bis nach München….

Ach ja, hatte ich bereits erwähnt, dass sich in meinem Großraumabteil 30 Schüler, elfte Klasse, Richtung München auf Klassenfahrt befinden? Laute Musik, viel Essen, Geheule, Geschnatter, Geschreie, es war alles schon dabei…

Ich würde sagen, ich habe die beschissenste Zugfahrt, die es bis jetzt gegeben hat hinter mirAber dank der super Geräuschkulisse und der sehr guten UMTS-Verbindeung kann man wenigstens effizient arbeiten… ;-) Ich halte Euch auf dem Laufenden, was noch so passiert….

Viele Grüße aus dem ICE
Eure Beraterpüppi”

Alles was ich dann noch von ihr hörte war, dass sie letztendlich nach 9 Stunden Fahrzeit mit der Deutschen Bahn mit 290 Minuten Verspätung in München ankam…

Fazit: Armes Ding!
Und: Nicht nur ich hab Pech… :-)

Neuer Trendsport: Bahn stehen I

Kommentar hinzufügen Februar 4th, 2009

Auf der Strecke zwischen Saalfeld und Nürnberg durfte ich wieder einmal ca. 1:45h stehen, weil die Bahn es nicht fertig bekommt, größere ICE-Züge einzusetzen. Ist ja schließlich auch noch nicht zu lange her, dass die Bundeswehr die deutsche Bahn am Sonntag benutzt und für zusätzliches Personenaufkommen sorgt.

Zugausfälle durch Bahnstreik

1 Kommentar Januar 29th, 2009

Wie heute in der Welt zu lesen ist, kommt es durch den aktuellen Bahnstreik wieder mal zu Zugausfällen und massiven Verspätungen. Hintergrund des Streiks ist die Forderung der Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA, rund 10% mehr Lohn für 130.000 Beschäftigte zu erhalten. Schwerpunkte des Bahnstreiks sollen München, Nürnberg, K&öuml;ln, Düsseldorf, Bremen, Hamburg, Berlin, Saalfeld und Magdeburg sein.

So ganz nebenbei fordert die Lokführergewerkschaft GDL, die auch mal wieder mit der Bahn verhandelt und 2007/2008 den längsten Tarifkonflikt in der Geschichte der Bahn hatte, in der aktuellen Tarifrunde 6,5% mehr Geld für 12.000 Kollegen. Am Streik beteiligen tut sie sich bis jetzt jedoch nicht.

Liebe Leute: ich sehe das Ganze ja ein, jeder braucht Geld zum Überleben und jeder hat auch gern mal einen Euro mehr in der Tasche. Aber müssen es gleich 10% sein??? In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise, wo echt jedes Unternehmen sehen muss, wie es mit dem Allerwertesten an die Wand kommt? Und warum zu Teufel braucht die GDL auch schon wieder 6,5%???

Hier mal was zum Nachdenken:

Bosch bereitet sich auf düstere Zeiten vor.
Selbst ein so solides Unternehmen wie SAP streicht 3000 Stellen und verhängt Einstellungsstopp.
Die Kaufhauskette Hertie kämpft ums Überleben.
In der Automobilbranche fallen in den nächsten Jahren geschätzte 100.000 Stellen weg.
Die Arbeitslosenzahlen nehmen laut Schätzungen wieder stärker zu.

Und da kommen die Gewerkschaften in Zeiten der globalen Finanzkrise und fordern 10% mehr Lohn? Und das, obwohl die Inflationsrate sogar nur noch bei 0,9% liegt?  Irgendwie passt das alles nicht zusammen.

Vielen Dank auch, liebe Gewerkschaften. Ich bin jedenfalls froh, dass ich heute ausnahmsweise mal keine Bahn fahren muss, da ich zur Zeit Homeoffice machen kann. Auf Christoph Schlütter müsst ihr heute verzichten :-)

Wie komme ich 2 Stunden zu spät auf Arbeit?

Kommentar hinzufügen Januar 28th, 2009

…ganz einfach: So wie ich es am 12.01.2009 ausgetestet habe!


Beginn der  Geschehnisse war um 5:56 Uhr am Bahnhof in Suhl. Dort stieg ich nichtsahnend in meinen RE 3353 Richtung Würzburg ein. Das Wetter war zu dem Zeitpunkt ziemlich stürmisch und verschneit, so dass mir doch schon etwas bange war. Nun ja, erstmal bin ich wie jeden Montag morgen seelig eingeschlafen im schönen warmen Zugabteil. Kurz vor Würzburg wache ich dann auf und höre noch “es wird erreicht der ICE Richtung München um 8:31 auf Gleis 5!”

HÄ??? Ich wollte doch mit dem um 8:05 fahren??? Was is da wieder los? Nunja, ausgestiegen und die Anzeigen studiert…Mein ICE 523 hat 30 Minuten Verspätung wegen einer eingefrorenen Tür. Der ICE um 8:31 natürlich nur eine Wagenreihe und propevoll. Also warte ich brav noch 5 Minuten auf den 523′er. Das hat dann auch geklappt, ich steig ein und bekomme meinen reservierten Sitzplatz. Phhhuuuu, das ging ja nochmal gut. Und nur ne halbe Stunde später dran. Gar nicht so übel…

“Nächster Halt unseres Zuges: Nürnberg Hauptbahnhof.” Leider ertönte direkt danach die Ansage: “Wegen einer Streckensperrung im Bereich Dachau wird unser Zug über Augsburg umgeleitet! Wir rechnen ca. mit weiteren 30 Minuten Verspätung.”

Na prima, es wird ja immer besser denk ich noch so. Aber es kommt immer noch besser. :-(

Nachdem wir dann mal irgendwann losgefahren sind, bleibt der Zug schon wieder stehen. Diesmal ist eine Weiche eingefroren, der Techniker sei unterwegs heißt es. So standen wir dann knappe 45 Minuten rum und so langsam schlug die Stimmung der ganzen Geschäftsreisenden um. Es wurde wild telefoniert, Termine wurden abgesagt, der Schaffner wurde belagert um Anschluss-Züge zu erfragen, ja sogar Flüge wurden telefonisch umgebucht. Das Tohuwabohu im Zug kann man sich nicht vorstellen. Ich hab kein Auge zugekriegt… :-)

München letztendlich erreicht haben wir ca. um 12:00 Uhr, anstatt laut Fahrplan um 10:04 Uhr. Kurz vorher ging noch der Schaffner durch und verteilt Anträge auf Erstattung von 20% des Fahrpreises. Ganz toll, davon kann ich mir echt was kaufen, wenn mir 2 Stunden Arbeit fehlen, die ich irgendwie wieder aufholen muss.

Somit habe ich also wieder ein spitzen Zugfahrt hinter mir und warte gespannt auf das nächste Abenteuer Bahn. Aber wer weiß, wie lange ich mit dem Auto gebraucht hätte, bei der Witterung. ;-)